Hormonspirale

Die Hormonspirale gehört zu den sichersten Verhütungsmethoden überhaupt und vereint die Eigenschaften der Pille mit denen einer herkömmlichen Spirale. Sie wird in die Gebärmutter eingesetzt und verbleibt dort für fünf Jahre. Die abgegebene Hormonmenge ist 10 bis 20 mal geringer als bei der Pille. Durch die geringe Hormon-Dosis kommt es weiterhin zum Eisprung und der natürliche Zyklus bleibt erhalten. Ab dem Zeitpunkt des Einsetzens kann frau nicht mehr schwanger werden. Mittlerweile verhüten eine Million Frauen jährlich mit einer Hormonspirale, weltweit sind es sogar 6, 5 Millionen.

Für wen ist die Spirale geeignet?

Die Spirale ist eigentlich für jede Frau geeignet, besonders interessant ist sie für Frauen, die bereits Kinder haben und ihre Familienplanung abgeschlossen haben oder Frauen, die langfristig verhüten wollen (über einen Zeitraum von mehreren Jahren). Wer nur über einen kurzen Zeitraum verhüten will, sollte besser zu anderen Methoden greifen.

Wie funktioniert die Spirale?

Die Spirale besteht aus einem Kunststoff-Zylinder der mit dem Gelbkörperhormon Levonorgestrel durchtränkt ist. Diese sog. Gestagene verdicken den Schleim, der den Gebärmuttermund verschließt - er wird für Spermien undurchlässig. Auch aufsteigende Keime haben keine Chance. Der Zylinder ist an einem T-förmigen Kunststoff-Stück befestigt, dieser sorgt dafür, dass die Spirale sicher in der Gebärmutter sitzt. Die Hormonspirale schützt gegen ungewollte Schwangerschaft genauso sicher wie die Pille. Der Pearl-Index bzw. Versagerquote beträgt nur 0,1-0,2 (von 1000 Frauen wurde nur eine schwanger, während Sie die Spirale benutzte).

Wie wird die Spirale eingesetzt?

Die Hormonspirale kann nur durch die Frauenärztin/arzt eingesetzt werden. Vorher ist eine umgehende Untersuchung der Gebärmutter notwendig, um eventuelle gesundheitliche Bedenken auszuräumen und die ideale Lage für die Spirale zu bestimmen. Die Spirale wird meist während der Regel gelegt, da in diesem Zeitraum der Gebärmutterhals erweitert und die Möglichkeit einer Empfängnis ausgeschlossen ist. Zuerst werden Vagina und Gebärmuttermund keimfrei gemacht.
Anschliessend wird mit Hilfe eines Kunststoff-Röhrchens (Applikator) die Spirale durch den Gebärmuttermund in die Gebärmutterhöhle eingebracht. Beim Entfernen des Applikators entfaltet sich das T-Stück und geben der Spirale einen sicheren Halt. An der Spirale befinden sich zwei Fäden, die zur Rückholung notwendig sind. Der Arzt wird die Fäden auf eine angenehme Länge kürzen.

Haben Sie keine Angst vor dem Setzen der Spirale. Der Vorgang geschieht ambulant bei Ihrem Gynäkologen. Nach dem Setzen kann es zu einem leichten Ziehen in der Unterleibsgegend kommen. Selten kommt es auch zu einer leichten Blutung, die aber schnell wieder abklingt. Wenn Sie sehr schmerzempfindlich sind bitten Sie Ihren Arzt um eine lokale Betäubung. Nach vier Wochen und alljährlich sollte der Sitz der Spirale kontrolliert werden.

Wann wird die Spirale entfernt?

Die Spirale kann maximal fünf Jahre eingesetzt werden, weil dann die Hormonreserven erschöpft sind. Ansonsten kann die Spirale jederzeit entfernt werden. Bereits mit dem nächsten Zyklus kann frau wieder schwanger werden. Zum Entfernen wird Ihr Arzt an beiden Fäden ziehen, dadurch drehen sich die Arme der Spirale nach oben und der Zylinder kann leicht durch den Gebärmutterhals entfernt werden. Das Setzen/Ersetzen der neuen Spirale kann in einer Sitzung erledigt werden.

Die Veränderung der Monatsblutung

Während der Regel wird durch die Blutung die aufgebaute Schleimhaut der Gebärmutter ausgeschwemmt, da sich kein befruchtetes Ei in der Gebärmutter eingenistet hat. Die Monatsblutung ist für viele Frauen unangehm, oftmals auch stark sehr schmerzhaft. Durch die lokale Gabe von Hormonen wird der natürliche Zyklus erhalten, allerdings wird der Aufbau der Gebärmutterschleimheit geschwächt. Die Regel wird kürzer, und fällt weniger schmerzhaft aus. Deswegen empfinden viele Frauen es als sehr angenehme Begleiterscheinung der Hormonspirale. Jede fünfte Frau hat nach dem ersten Jahr mit der Spirale keine Regel mehr. Dies ist harmlos und schon aus Hygiene-Gründen nur zu begrüssen.

Vorteile

Im Gegensatz zur Pille oder dem Kondom kann man die Hormonspirale nicht vergessen oder fehlerhaft anwenden, da sie professionell durch den Arzt eingesetzt wird und bis zu fünf Jahren im Körper verbleibt. Bei Unverträglichkeit kann sie jederzeit entfernt werden, die Fruchtbarkeit ist sofort wiedergegeben. Die Hormonspirale ist so sicher wie die Pille oder die Sterilisation. Der Körper erhält nur eine sehr geringe Hormondosis und der natürliche Zyklus bleibt bestehen. Großes Plus ist die Auswirkung auf die Regel, im ersten Jahr kommt es meist zu einer Verkürzung und Abschwächung der Monatsblutung, ab dem ersten Jahr bleibt bei jeder fünften Frau bereits die Regel aus. Der Kostenfaktor: Mit der Hormonspirale spart man auf fünf Jahre gerechnet im Vergleich zur Pille etwa 250 Euro.

Nebenwirkungen bzw. mögl. Komplikationen

Während der ersten Anwendungsmonate kann es zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Akne oder Brustspannen kommen. Auch kommt es manchmal zu Schmierblutungen.

Gelegentlich kommt es harmlosen Eierstockzysten, die während der Anwendung auftauchen, und sich nach der Entfernung der Hormonspirale wieder zurück bilden.

Selten können Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Blasenprobleme auftreten.

Kosten

Die Spirale kostet inkl. dem Setzen 350 Euro. Die Kostenersparnis von ca. 250 Euro tritt aber erst ab einer Anwendungsdauer von drei Jahren ein; für kürzere Zeiträume ist zumindest in ökonomischer Hinsicht die Pille ratsam.

Häufige Fragen

Welche Verhütungsmethode ist für Frauen ab 30 die Richtige?

Frauen ab 30 haben mit einem erhöhten Thrombose-Risiko zu rechnen. Besonders Raucherinnen ist von der Pille abzuraten. In diesem Fall bietet sich die Hormonspirale an. Auch das Hormonpflaster oder der Verhütungsring sind so zuverlässig wie die Pille und niedrig dosiert.

Was ist lokale Verhütung?

Bei der lokalen Verhütung werden durch ein Medium (Ring, Spirale) Hormone direkt an der Stelle abgegeben, wo diese wirken sollen. Bei der Hormonspirale direkt in der Gebärmutter.

Was passiert, wenn ich die Spirale bzw. das Implantat nicht vertrage?

Bei Unverträglichkeit kann die Spirale sofort vom Arzt entfernt werden.

Ist der Hormonring bzw. die Spirale beim Sex spürbar?

Beim Hormonring kann es vorkommen, dass er beim Sex spürbar wird, weil sich der Ring im Gebärmutterhals befindet, während die Spirale in der Gebärmutter selbst verankert ist und keinen Einfluß auf den Geschlechtsverkehr hat.

Weiterlesen in meinen Blog: